Gesetzlich stehen jedem Mitarbeiter mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, wenn er fünf Tage die Woche arbeitet, und 24 bei einer Sechs-Tage-Woche – das Gesetz nennt 24 Werktage, also vier Wochen. Bei Teilzeit rechnest du Urlaubstage × Arbeitstage pro Woche ÷ 5: Wer an drei Tagen arbeitet, hat 20 × 3 ÷ 5 = 12 Tage Mindesturlaub, bei 30 Tagen Vertragsurlaub 30 × 3 ÷ 5 = 18. Wer nach dem 1. Juli anfängt, bekommt im ersten Jahr ein Zwölftel des Jahresurlaubs je vollem Monat. Gerade Teilzeit, Eintritt unterm Jahr und Resttage zum Jahreswechsel sorgen in kleinen Betrieben schnell für Diskussionen – hier steht, wie du sie rechnest und wie du den Überblick über Urlaubskonten behältst.
Das Wichtigste in Kürze
Gesetzlicher Mindesturlaub: 20 Arbeitstage bei einer Fünf-Tage-Woche, 24 bei einer Sechs-Tage-Woche – beides sind dieselben vier Urlaubswochen.
Der Mindesturlaub richtet sich nach der Zahl der wöchentlichen Arbeitstage, nicht nach den Stunden.
Teilzeitkräfte bekommen den Urlaub anteilig nach ihren Arbeitstagen umgerechnet, nicht pauschal gekürzt: Urlaubstage × Arbeitstage pro Woche ÷ 5.
Wer nach dem 1. Juli eintritt oder in der ersten Jahreshälfte ausscheidet, hat ein Zwölftel des Jahresanspruchs je vollem Monat – das will sauber gerechnet sein.
Das übernimmt die App
In HandwerkPapierlos führst du je Mitarbeiter ein Urlaubskonto, das den Jahresanspruch, die genommenen Tage und die verbleibenden Resttage laufend zusammenrechnet.
Das Gesetz gibt einen Mindesturlaub vor, der in Werktagen gemessen wird und einer festen Zahl von Urlaubswochen im Jahr entspricht. Entscheidend ist die Zahl der Tage, an denen jemand pro Woche arbeitet: Wer an sechs Tagen arbeitet, hat rechnerisch mehr einzelne Urlaubstage als jemand mit einer Fünf-Tage-Woche – die Zahl der freien Wochen ist aber dieselbe.
In Zahlen: Das Bundesurlaubsgesetz nennt 24 Werktage im Jahr. Werktage sind Montag bis Samstag, das sind vier Wochen. Arbeitet dein Betrieb fünf Tage die Woche, rechnest du 24 ÷ 6 × 5 = 20 Arbeitstage. Für jede andere Zahl von Arbeitstagen gilt: vier Urlaubstage je Arbeitstag in der Woche.
Gesetzlicher Mindesturlaub nach Arbeitstagen pro Woche
Arbeitstage pro Woche
Rechnung
Mindesturlaub im Jahr
1
24 × 1 ÷ 6
4 Tage
2
24 × 2 ÷ 6
8 Tage
3
24 × 3 ÷ 6
12 Tage
4
24 × 4 ÷ 6
16 Tage
5
24 × 5 ÷ 6
20 Tage
6
24 × 6 ÷ 6
24 Tage
Viele Betriebe und Tarifverträge gewähren mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub. Der Anspruch aus dem Arbeitsvertrag oder Tarif geht dann vor, solange er über dem gesetzlichen Minimum liegt.
Teilzeit richtig umrechnen
Bei Teilzeit kommt es nicht auf die Stunden pro Tag an, sondern auf die Zahl der Arbeitstage pro Woche. Wer an drei statt fünf Tagen arbeitet, hat entsprechend anteilig weniger einzelne Urlaubstage – bekommt aber dieselbe Zahl an freien Wochen wie eine Vollzeitkraft.
Die Formel: Urlaubstage einer Vollzeitkraft × Arbeitstage der Teilzeitkraft ÷ 5, wenn dein Betrieb fünf Tage die Woche arbeitet. Rechnest du wie das Gesetz in Werktagen, teilst du durch 6. Ein Beispiel: 30 Tage Vertragsurlaub, die Teilzeitkraft arbeitet montags bis mittwochs. Sie hat 30 × 3 ÷ 5 = 18 Urlaubstage. Gesetzlich mindestens sind es 20 × 3 ÷ 5 = 12 Tage, nach Werktagen gerechnet 24 × 3 ÷ 6, ebenfalls 12. Mit den 18 Tagen ist sie genauso sechs Wochen frei wie ihre Kollegen in Vollzeit mit 30 Tagen.
Ein häufiger Fehler ist, den Urlaub einer Teilzeitkraft pauschal zu kürzen oder wie bei Vollzeit anzusetzen. Beides führt zu falschen Werten. Sauber ist die Umrechnung über das Verhältnis der Arbeitstage. Der Rechner unter diesem Abschnitt nimmt dir das ab, als eigene Seite mit Teilzeit-Tabelle findest du ihn unter Urlaubsanspruch-Rechner.
Urlaubsanspruch berechnen
Urlaubstage laut Vertrag (Vollzeit)
Arbeitstage je Woche im Betrieb
meist 5
Arbeitstage je Woche des Mitarbeiters
bei Teilzeit z. B. 3
Volle Monate im Betrieb in diesem Jahr
12 = ganzes Jahr
Gesetzlicher Mindesturlaub
12 Tage
Jahresanspruch
18 Tage
Vorbelegt: 30 Tage Vertrag, Teilzeit an drei Tagen. Allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung.
Eintritt und Austritt unterm Jahr
Wer nicht das ganze Jahr im Betrieb ist, hat oft nur einen anteiligen Anspruch. Den vollen Jahresurlaub gibt es erst nach sechs Monaten im Betrieb (Wartezeit). Wer am 1. Juli oder früher anfängt, erfüllt sie noch im selben Jahr und hat dann den vollen Anspruch. Wer später anfängt, bekommt für jeden vollen Monat der Beschäftigung ein Zwölftel des Jahresurlaubs.
Ein Beispiel: Beginn am 1. September, bis Jahresende sind das vier volle Monate. Bei 30 Tagen Jahresurlaub stehen ihm 30 × 4 ÷ 12 = 10 Tage zu. Ergibt die Rechnung einen Bruchteil von mindestens einem halben Tag, wird auf einen ganzen Tag aufgerundet: Beim gesetzlichen Minimum von 20 Tagen sind es 20 × 4 ÷ 12 = 6,67, also 7 Tage.
Beim Ausscheiden gilt dasselbe Zwölftel, wenn jemand in der ersten Jahreshälfte oder noch vor Ablauf der sechs Monate geht. Wer nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte geht, behält mindestens den vollen gesetzlichen Jahresurlaub. Zum letzten Arbeitstag prüfst du, ob schon zu viel oder noch zu wenig Urlaub genommen wurde: Offene Tage, die nicht mehr genommen werden können, zahlst du aus. Zu viel gewährten Urlaub kannst du nach dem Gesetz nicht zurückverlangen.
Auch die Frage, bis wann Resturlaub genommen werden muss und ob er ins nächste Jahr übertragen werden kann, sorgt oft für Unklarheit. Die Details hängen vom Einzelfall und vom Arbeitsvertrag ab – im Zweifel gibt der Steuerberater oder ein Fachanwalt die verbindliche Auskunft. Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung.
Den Überblick über Resttage behalten
Der eigentliche Aufwand entsteht nicht beim einzelnen Antrag, sondern beim Überblick: Wie viele Tage hat jeder Mitarbeiter im Jahr, wie viele sind genommen, wie viele bleiben übrig? Wer das nur im Kopf oder auf einem Wandkalender führt, verzettelt sich bei mehreren Leuten schnell.
Ein laufend geführtes Urlaubskonto je Mitarbeiter löst das Problem: Anspruch, genommene Tage und Rest stehen jederzeit fest, und beim nächsten Antrag ist sofort klar, ob noch Tage frei sind.
Urlaubskonten im Blick behalten
In HandwerkPapierlos führst du je Mitarbeiter ein Urlaubskonto, das den Jahresanspruch, die genommenen Tage und die verbleibenden Resttage laufend zusammenrechnet. Zusammen mit der Plantafel siehst du auf einen Blick, wer wann frei hat, und vermeidest, dass zu viele Leute gleichzeitig im Urlaub sind – gerade in kleinen Betrieben, in denen jede Hand zählt.
Beim Anlegen der Anspruchstage warnt dich die App, wenn du unter den gesetzlichen Mindesturlaub gehst – 20 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche, 24 bei einer Sechs-Tage-Woche. Du kannst trotzdem speichern, etwa weil jemand unterjährig eingetreten ist, wirst aber nicht versehentlich zu niedrig eintragen. Einen Übertrag aus dem Vorjahr kannst du je Mitarbeiter zusätzlich hinterlegen; der Resturlaub wird daraus laufend mitgerechnet.
Urlaub und Krankheit laufen dabei über dieselbe Erfassung wie die Arbeitszeit und über eine Freigabe: Ein Antrag wird eingereicht, du genehmigst oder lehnst ab. Damit steht am Jahresende nicht nur die Zahl im Konto, sondern auch, wann sie wie zustande kam.
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Dieser Beitrag gibt allgemeine, praktische Hinweise und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Fall hilft dir dein Steuerberater weiter. Für die Inhalte verlinkter Seiten sind deren Betreiber verantwortlich.