Hand rechnet mit Taschenrechner und Bargeld über einem Beleg
Ratgeber

Kleinunternehmerregelung einfach erklärt

6 Min. Lesezeit · aktualisiert am 25.10.2026
Auf dieser Seite
1
Was die Regelung bedeutet
2
Wann sie für dich infrage kommt
3
Wenn du die Grenze mitten im Jahr reißt
4
So sieht deine Rechnung aus
5
Vorteile und Nachteile
6
Freiwillig verzichten – und fünf Jahre dabei bleiben
7
Kleinunternehmer-Rechnung auf Knopfdruck
Viele kleine Betriebe starten als Kleinunternehmer – und sind unsicher, was das für ihre Rechnungen heißt. Kurz gesagt: Du weist keine Umsatzsteuer aus und ersparst dir einiges an Bürokratie, gibst aber auch den Vorsteuerabzug auf. Hier steht in Klartext, wann die Regelung passt, wie deine Rechnung dann aussieht und wo die Grenzen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
Als Kleinunternehmer weist du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus – der genannte Betrag ist der Endbetrag.
Auf die Rechnung gehört stattdessen ein kurzer, klarer Hinweis, dass keine Umsatzsteuer berechnet wird.
Es gelten zwei Grenzen, beide seit 2025: bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.
Reißt du die 100.000 Euro mitten im Jahr, endet die Regelung sofort – nicht erst zum nächsten Januar.
Vorteil ist weniger Bürokratie, Nachteil der fehlende Vorsteuerabzug – gerade bei größeren Anschaffungen.
Wer freiwillig auf die Regelung verzichtet, ist fünf Kalenderjahre daran gebunden – das will überlegt sein.
Das übernimmt die App
In HandwerkPapierlos stellst du deinen Betrieb einmal als Kleinunternehmer ein – danach erzeugt die App deine Rechnungen automatisch ohne Umsatzsteuer und mit dem passenden Hinweis, ohne dass du daran denken musst.
DAS GLEICHE ALS VIDEO · 1:44 MIN.

Kleinunternehmer in der App einstellen

Der Schalter „Kleinunternehmer“ in den Firmendaten, der Umsatz im Jahr als Richtwert und eine Rechnung ohne Umsatzsteuer: Zusammenfassung mit Netto und Gesamt, Vorschau mit Hinweis.
Alle Anleitungen ansehen

Was die Regelung bedeutet

Die Kleinunternehmerregelung erlaubt kleinen Betrieben, ohne Umsatzsteuer abzurechnen. Das heißt: Du schlägst auf deine Preise keine Umsatzsteuer auf, führst aber auch keine an das Finanzamt ab. Für Privatkunden wirkt das oft günstiger, weil der Endpreis niedriger ausfällt.
Im Gegenzug verzichtest du auf den Vorsteuerabzug – du bekommst also die Umsatzsteuer, die du selbst für Material oder Werkzeug zahlst, nicht vom Finanzamt zurück. Dieser Tausch ist der Kern der Entscheidung.

Wann sie für dich infrage kommt

Es sind zwei Grenzen, die gleichzeitig eingehalten sein müssen – und sie funktionieren unterschiedlich:
Die beiden Umsatzgrenzen der Kleinunternehmerregelung
GrenzeGemessen wirdHöchstens
Blick zurückGesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr25.000 Euro
Laufendes JahrGesamtumsatz im laufenden Kalenderjahr100.000 Euro
Beide Beträge sind Netto-Werte – anders als bei der früheren Regelung, wo die Vorjahresgrenze brutto gerechnet wurde.
Im Gründungsjahr gibt es kein Vorjahr, das geprüft werden könnte – dann zählt allein die Grenze für das laufende Jahr.

Wenn du die Grenze mitten im Jahr reißt

Hier steckt die Falle, die viele wachsende Betriebe kalt erwischt: Die 100.000 Euro sind keine Prognose, die man am Jahresanfang schätzt und dann abhakt. Überschreitest du sie im laufenden Jahr, endet die Kleinunternehmerbesteuerung sofort – ab dem Umsatz, mit dem du drüber gehst, nicht erst im nächsten Januar.
Praktisch heißt das: Der Auftrag, der dich über die Grenze hebt, ist bereits umsatzsteuerpflichtig. Wer das erst im Nachhinein merkt, hat Rechnungen ohne Umsatzsteuer geschrieben, muss die Steuer aber trotzdem abführen – und beim Privatkunden lässt sie sich nachträglich selten noch eintreiben.
Wenn dein Umsatz also auf die Grenze zuläuft, ist das der Moment für ein kurzes Gespräch mit deinem Steuerberater – nicht der Jahresabschluss.

So sieht deine Rechnung aus

Eine Kleinunternehmer-Rechnung enthält dieselben Pflichtangaben wie jede andere – Betriebs- und Kundendaten, Nummer, Datum, Leistung, Betrag. Nur die Umsatzsteuer fehlt: Statt Steuersatz und Steuerbetrag steht ein kurzer Hinweis, dass keine Umsatzsteuer berechnet wird.
Ein Rechnungstext, der das abdeckt: „Steuerfreie Leistung als Kleinunternehmer, es wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ Wichtig ist, dass der Kunde erkennt, dass die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer gilt. Viele Betriebe nennen zusätzlich die Vorschrift aus dem Umsatzsteuergesetz – das ist verbreitet und schadet nicht. Ob deine Formulierung passt, bestätigt dir im Zweifel dein Steuerberater.
Wichtig ist, diesen Hinweis nicht zu vergessen und keine Umsatzsteuer auszuweisen. Wer versehentlich Steuer ausweist, obwohl er Kleinunternehmer ist, schuldet sie unter Umständen trotzdem – ein häufiger und ärgerlicher Fehler.

Vorteile und Nachteile

Der große Vorteil ist die Einfachheit: keine Umsatzsteuer-Voranmeldung, weniger Rechnerei, niedrigere Preise für Privatkunden. Für einen Betrieb, der überwiegend Privatleute bedient und wenig teures Material einkauft, ist das oft attraktiv.
Der Nachteil zeigt sich bei größeren Investitionen: Ohne Vorsteuerabzug zahlst du die Umsatzsteuer auf Maschinen, Fahrzeuge oder Material voll selbst. Wer viel einkauft oder überwiegend Geschäftskunden hat, fährt mit der Regelbesteuerung häufig besser.
Ein Punkt, den Handwerker oft übersehen: Bei Geschäftskunden ist der niedrigere Preis gar kein Vorteil. Dein Kunde zieht die Umsatzsteuer ohnehin als Vorsteuer ab – für ihn zählt der Nettopreis, und der ist bei dir derselbe. Der Preisvorteil wirkt nur bei Privatkunden, die die Steuer wirklich selbst tragen.

Freiwillig verzichten – und fünf Jahre dabei bleiben

Du musst die Regelung nicht nutzen, auch wenn du unter den Grenzen liegst. Wer von Anfang an in teure Maschinen, ein Fahrzeug oder eine Werkstatt investiert, verschenkt als Kleinunternehmer den Vorsteuerabzug – da kann der freiwillige Verzicht bares Geld wert sein.
Diese Entscheidung ist allerdings keine, die man jedes Jahr neu trifft: Der Verzicht bindet dich mindestens fünf Kalenderjahre. Erst danach kannst du ihn zum Jahresbeginn widerrufen. Deshalb gehört diese Rechnung vor die Erklärung, nicht danach – und sie ist genau die Art Frage, die dein Steuerberater in zehn Minuten für deinen Fall durchrechnet.

Kleinunternehmer-Rechnung auf Knopfdruck

In HandwerkPapierlos stellst du deinen Betrieb einmal als Kleinunternehmer ein – danach erzeugt die App deine Rechnungen automatisch ohne Umsatzsteuer und mit dem passenden Hinweis, ohne dass du daran denken musst. Wechselst du später in die Regelbesteuerung, stellst du es um, und die neuen Rechnungen weisen die Steuer korrekt aus.

Das Gleiche in deinem Betrieb ausprobieren

Kostenlos starten – 5 Rechnungen gratis, alle Funktionen, ohne Kreditkarte. Mit deinen eigenen Kunden und Aufträgen statt Musterdaten.
Jetzt kostenlos starten

Quellen

Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden amtlichen Fundstellen. Die Links öffnen in einem neuen Tab.
Umsatzsteuergesetz, Paragraf 19 – Besteuerung der Kleinunternehmer – Bundesamt für Justiz. Zuletzt geprüft am 24.07.2026.
Sonderregelung für Kleinunternehmer – Neufassung zum 1. Januar 2025 – Bundesministerium der Finanzen. Zuletzt geprüft am 24.07.2026.
Dieser Beitrag gibt allgemeine, praktische Hinweise und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Fall hilft dir dein Steuerberater weiter. Für die Inhalte verlinkter Seiten sind deren Betreiber verantwortlich.
Bereit, den Papierkram loszuwerden?
Kostenlos starten – 5 Rechnungen gratis, alle Funktionen, ohne Kreditkarte und ohne Ablaufdatum.
Jetzt kostenlos starten